Vogelbeobachtungen in Finnland und Norwegen

01.06.2004 bis 09.06.2004

Alexander Wöber (Text)
Rainer Jahn (Fotos)

Karte Nordfennoskandien mit unseren drei Hauptreisezielen
Fennoskandien mit unseren drei Hauptreisezielen

Oulu Kuusamo Am Inari vorbei Varanger Zurueck nach Oulu
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Teil 3: Am Inari vorbei, 05.-07.06.2004
Bei Kemijärvi überquerten wir den Polarkreis und nun waren Rentiere links und rechts der Straße unsere ständigen Begleiter. Man kommt hier in Finnland erstaunlich gut voran, was natürlich einerseits am spärlichen Verkehr liegt, andererseits auch an der Tatsache, dass man anders als in Schweden und Norwegen auf den Landstraßen 100 km/h fahren darf.

Ein Vogel, der auf der Spitze eines Nadelbaumes neben der Strasse saß, ließ uns anhalten. Es handelte sich um einen Seidenschwanz. Wir begegneten nun ständig diesen Vögeln, was mich sehr verwunderte. Auf meinen etlichen Reisen nach Schweden und Norwegen habe ich selbst nördlich des Polarkreises nie einen Seidenschwanz gesehen. Hier in Finnland waren sie häufig. Ob dies jedes Jahr so ist, kann ich nicht sagen. Südlich von Ivalo übernachteten wir auf einem abgelegenen Campingplatz. Auch hier trieben sich Seidenschwänze herum. Auf einem Stausee in der Nähe waren 2 Prachttaucher und unterhalb des Stausees, auf dessen ruhigem Ablauf ein Sterntaucher zu beobachten. Vom anderen Ufer des Sees war das "Kollern" eines Birkhahns zu hören. Auf dem Campingplatz waren viele Nistkästen angebracht. Die Finnen scheinen begeisterte Nistkastenbauer zu sein. Um jedes Haus sind oft mehrere Kästen angebracht. Anders als bei uns bekommt man aber kaum einmal eine Kohl- oder Blaumeise zu sehen. Diese Nistkästen wurden fast ausnahmslos vom Trauerschnäpper genutzt, meist buhlten mehrere Männchen um die Nistkästen und die Weibchen. Dieser Vogel gehört in Finnland zu den häufigsten Singvögeln und ist überall zu hören.

Auf der Fahrt Richtung Inarisee hielten wir an einem Campingplatz an, der bekannt dafür war, dass dort Lapplandmeisen brüten. Hinter dem Campingplatz-Restaurant waren mehrere Nistkästen im Wald verteilt angebracht. Außer Trauerschnäppern war jedoch nichts zu sehen. Bei einem Halt an einem Moor konnten wir den Gesang einer Zwergschnepfe hören, der tatsächlich ( wie im "Svensson" beschrieben) an ein in der Ferne galoppierendes Pferd erinnert. Auch nordische Schafstelzen waren hier zu sehen. Auf einem Stausee schwamm eine große Gruppe männlicher Schellenten und am Kiesufer brütete ein Sandregenpfeifer.

Wir ließen den Inari rechts liegen und bezogen unsere nächste Hütte in Nuorgam am Tanafluss, direkt an der norwegischen Grenze. Grenzschilder wiesen darauf hin, dass wir uns am nördlichsten Punkt der EU befanden. Hier oben hatten die Birken noch gar nicht ausgetrieben und in der Nacht sanken die Temperaturen unter 0 Grad Celsius. Trotzdem fingen einige Vögel in der Nacht an zu singen. Neben vielen Rotdrosseln waren ein Trauerschnäpper, ein Gartenrotschwanz und ein Rotsterniges Blaukehlchen zu hören.

Weiter mit Teil 4: Varanger-Halbinsel
Seidenschwanz Seidenschwanz

Mitternachtssonne - Der Beweis Dank Opel Astra
Mitternachtssonne - Der Beweis

Wegweiser in Ivalo, Samisch-Finnisch Zweisprachiger Wegweiser in Ivalo, Samisch-Finnisch

Sandregenpfeifer Sandregenpfeifer